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Von der Lust eine Frau zu sein – nach Gottes Plan

Die Frage, was eine Frau im Kern wirklich ausmacht, bewegt Gesellschaften aller Zeit. Seit Jahrhunderten versuchen sie die Kuriosität „Frau“ objektiv und universell zu beschreiben. In einem Jahrhundert wird sie als Göttin und Königin verherrlicht, im nächsten als Hexe und Verführerin geschmäht. Und selbst in den letzten 50 Jahren hatte es das Weibliche nicht wirklich leicht. 

Wie schön wäre da eine Wahrheit, die sich nicht dem Anspruch des Zeitgeistes aussetzen muss; die nicht beweisen muss, dass Frauen die besseren Männer sind; die nicht auf Biegen und Brechen eine Gleichheitsideologie durchsetzen muss, sondern eine, die die geschöpfliche Andersartigkeit respektieren, ja sogar ehren kann – einfach weil sie schön ist.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet vom katholischen Glauben eine lebendige Quelle der Kraft für die weibliche Identität ausgeht? Doch gerade ihre psychologisch tiefgründigen Wahrheiten mit Ewigkeitscharakter erheben und erbauen die weibliche Seele.  

warum hly&rch

Warum hly&rch

HLY&RCH steht für eine Denkweise, die die Gedanken von Frauen über sich und Männer erhebt zu „bewusstem Sein“ bzw. zu Gottesbewusstsein. 

Gottesbewusstsein bedeutet, dass wir von uns selbst und anderen so denken, wie Gott von uns denkt. Wenn man sich selbst und andere geringer schätzt als das, was Gott sich von uns vorgestellt hat, setzt man sein Gedankenniveau herab, verschmutzt seine Gefühlswelt und trennt sich von der Quelle des Lebens. Jeder Mensch hat aber etwas in sich, das ihn direkt mit der Quelle des Lebens verbindet, wenn es nur auf “On” gestellt ist. 

Der Blog „She’s holy and rich“ ist ein Fenster, durch das diese Denkweise scheinen und sein Licht mit allen teilen will, die die Selbstquälerei hinter sich lassen und heil werden wollen. Denn alles was heil ist, ist echt, ist ganz, ist heilig und aus dieser Heiligkeit speist sich ein reiches und erfülltes Leben.

Eure Caroline

Caroline

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She’s holy and rich

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She’s holy and rich

#11

Unter wessen Blick

Bild Beitrag #11

„Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Der Spiegel antwortete: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“ Diese Worte machten die Königin glücklich. Tag ein, Tag aus führte sie ihr Ritual durch und eine Zeit lang nährte und beruhigte der Spiegel ihr hungriges Herz. Doch eines Tages überfiel sie eine schwere Depression, just an dem Tag als der Spiegel ihren Deal aufkündigte und ihr eröffnete, dass es noch eine andere geben soll, eine, die noch schöner sei als sie.

Die Motivation der Königin verstehen die meisten Frauen nur zu gut. Oft stehen wir stundenlang vor dem Spiegel und quälen wir uns mit der Frage: Bin ich denn wirklich schön? Manchmal ist es eine furchtbare Qual. Schon allein deshalb, weil wir so kritisch und erbarmungslos mit uns selbst sein können. Entweder packt uns der Ehrgeiz oder wir kapitulieren. Und manchmal ist es furchtbar grausam, weil wir anderen die Macht geben und ihre Antworten uns dadurch zutiefst kränken können. Da holen wir uns ein gedankenloses: „Nimm Dich nicht so wichtig, sei nicht so oberflächlich, wenn Du brav bist, schon“ ab, wo wir doch nach einem „selbstverständlich bist Du schön“ dürsten.

Die Frage „bin ich wirklich schön“ ist für eine Frau elementar. Wie elementar sie ist, sieht man an den kreativen Beschaffungsstrategien: Perfektionismus, übertriebene Autonomie, Co-Abhängigkeit, Grandiosität, Gefall- und Sexsucht, Hunger nach Bestätigung und Gier nach Aufmerksamkeit. Das alles sind subtile, symbolische Kompromisse einer in Agonie und Einsamkeit hereingebrochenen Einsicht, nämlich der, dass bedingungslose Liebe und Annahme hier in dieser Welt nicht möglich sind, Bewunderung aber schon. Wie kommt man zu dieser Einsicht? …

#10

Die letzte Bastion

Bild Beitrag #10

In seinem Buch Charakter – Die Kunst Haltung zu zeigen schildert David Brooks folgendes Erlebnis: Am 15. August 1945, kurz nach der Kapitulation Japans, also jenen Tagen, als die Alliierten den wahrscheinlich größten Militärsieg der Geschichte errungen hatten, wurde eine Folge der Radiosendung Command Performance übertragen. Überraschend eigentümlich an dieser Folge erschien Brooks, dass niemand der Mitwirkenden in Triumphgeschrei oder Jubelrufe ausbrach. Bing Crosby, der die Sendung moderiert hatte, sagte nur: „Na ja, sieht so aus, als wäre es vorbei.“

Ohne jeden Zweifel, diese Zeit hatte furchtbarste Schwächen: Rassismus, Sexismus, Antisemitismus. Ganz zu schweigen von der emotional entsetzlich kalten Kultur jener Tage, in der viele Väter häufig unfähig waren, ihren Kindern ihre Liebe zu zeigen und in der viele Ehemänner nicht den Hauch einer Ahnung hatten von der tiefen, bunten Persönlichkeit ihrer Angetrautesten. Wahrscheinlich hätten auch viele von uns niemals eine Chance zur Selbstverwirklichung gehabt, hätten wir damals gelebt. Ganz bestimmt also ist das Leben heute sehr viel besser als es damals war.

Dennoch gab es damals etwas, das die Menschen dazu veranlasste, nicht sofort jeden Gedanken, jedes Gefühl und jeden Minierfolg in die ganze Welt hinausposaunen zu müssen. Brooks forschte weiter und fand heraus, dass 1950 nur 12 Prozent einer Gruppe befragter Abiturienten glaubte, sie seien eine sehr wichtige Person. 2005 waren bei der gleichen Umfrage 80 Prozent dieser Meinung. In einer anderen Umfrage wurden 1976 vor allem junge Menschen nach ihren persönlichen Lebenszielen interviewt. Das Lebensziel Popularität rangierte damals auf Platz 15 von 16. Dreißig Jahre später meinten 51 Prozent der Befragten, dass es eines ihrer höchsten Lebensziele sei, berühmt zu werden.

Das alles ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines neuen Evangeliums, das Anfang des letzten Jahrhunderts einzog in Buchhandlungen, Lehrpläne und Personalabteilungen und das nicht mehr die Heilsgeschichte Jesu verkündet, sondern die Heilsgeschichte der Selbstliebe und der Ich-Zentrierung: Liebe Dich selbst und es ist egal wenn du heiratest; Heirate dich selbst; Sei Dir ein guter Partner, ein guter Freundoder Nichts an Dir ist verkehrt. Von der Liebe zum Nächsten – ganz zu schweigen von der zu Gott – ist kaum noch eine Spur zu sehen, so als hätte sie es nie gegeben. …

#9

Entzauberung der Weiblichkeit

Bild Beitrag #9

Die alten Griechen haben das Phantasiewesen des Zentauren geschaffen, das sich aus zwei verschiedenen Geschöpfen zusammensetzt. Die moderne Frau des 21. Jahrhunderts gleicht ihm auf erschreckende Art und Weise. In einer Person ist sie Nachfolgerin der ersten Frau – schön, zart und heilig – und zugleich Prototyp eines neuen materialistischen Gesellschaftsverständnisses – gewinnorientiert, leistungsbereit und ehrgeizig. Als Mutter, Schwester oder Partnerin öffnet sie intuitiv Räume der Hoffnung für alle Nöte und Sorgen. Als Managerin und Arbeiterin sorgt sie ergeben dafür, dass die Zahlen stimmen. 

Weiblichkeit schwingt in ihrem Inneren, Männlichkeit regiert ihr Äußeres. Dem einen entspricht Wahrhaftigkeit, dem anderen Angepasstheit. Das eine fühlt, das andere denkt. Das eine versteht, das andere fordert. Das eine erbaut, das andere argumentiert.

In der Art wie sie Erwartungen erfüllt, ist die moderne Frau rigoros, bedingungs- und immer mehr auch rücksichtslos – vor allem gegen sich selbst. In der Art wie sie gern gesehen und am liebsten behandelt werden würde, ist sie jedoch bedürftig, unzufrieden und hungrig. Sie soll dem Wirtschaftssystem dienen und in die Rentenkasse einzahlen, aber auch ganz nebenbei Kinder kriegen und die Familie zusammenhalten. 

Das Wirtschaftssystem braucht perfekt ausgebildete und leistungsstarke Kopfmenschen. Stabile und gesunde Familien erfordern warme und liebevolle Herzmenschen. Menschen aber, die ein reiches Innenleben pflegen, keine Angst vor Gefühlen haben und deren höhere Instanz nicht an die Inflationsrate gebunden ist, sind dem Wirtschaftssystem suspekt (in dem Punkt sind sich Kapitalismus und Kommunismus zum Verwechseln ähnlich) und so fordert es ein neues Gesellschaftsbild: Die moderne Frau. …

#8

Basis aller Beziehung

Blickt man hinter die Kulissen der Wirtschaft, der Politik oder gar mancher Beziehung, zeigt sich oft ein seltsames Bild. Statt eines harmonischen und respektvollen Miteinanders von Männern und Frauen, dessen Stelldichein wir nach dem großen Wurf der Emanzipation für selbstverständlich hielten, begegnen uns Dominanz- und Unterwerfungsgehabe auf beiden Seiten. Sowohl Männer als auch Frauen nehmen oft banale Kleinigkeiten zum Anlass für ein Kräftemessen. Erst wenn ein Zustand des „Ich = oben, Du = unten“ erreicht ist, sind sie scheinbar zufrieden. Bis zum nächsten Anlass eben.

#7

Vom schwächeren Gefäß

Bei einer Auktion in England wurde eine 270 Jahre alte chinesische Vase für umgerechnet ca. 60 Millionen Euro versteigert. Sie ist damit das teuerste Gefäß der Welt. Das ist für sich genommen noch nichts Besonderes. Für chinesische Vasen legen Sammler ja schon mal gern Millionen hin. Erstaunlich ist nur, dass etwas so Zartes und Zerbrechliches, ein so hohes Gebot hervorrufen kann. Liegt der hohe Wert vielleicht gerade in der Zartheit und Zerbrechlichkeit?    

#6

Wo bist Du?

Von Martin Buber stammt folgende Anekdote. Ein junger Mann fragt einen Weisen: „Wie ist es zu verstehen, dass Gott, der Allwissende, zu Adam spricht: Wo bist Du? Wenn Gott doch der Allwissende ist, warum muss er ihn dann fragen?“ Der Weise antwortet ihm: „Gott ruft Adam nicht, weil er etwas von ihm erfahren möchte; er ruft ihn, weil er damit etwas bewirken möchte.“ Adam versteckte sich vor der Rechenschaft und drückte sich vor der Verantwortung. Adam? Der war in Wirklichkeit ich. Wie er versteckte ich mich – nicht hinter einem Feigenblatt, aber hinter einer dicken Mauer aus Leistungs- und Karrieredenken. 20 Jahre lang drückte ich mich vor Verantwortung für die Lebenslügen, die ich um mich herum aufgebaut hatte.